Traditionell gehörte auch in diesem Jahr wieder das Kieler Umschlagbrautpaar dazu. Dieses Brautpaar wurde aus vielen Bewerbern ausgewählt und gab sich während des viertägigen Spektakels das Ja-Wort.
Am Freitag, den 26. Februar 2010 empfing das Paar den kirchlichen Segen in der St. Nikolai-Kirche der Kieler Altstadt.
Viele ansässige Unternehmen boten auch in diesem Jahr kostenlos ihre Dienstleistungen und Produkte rund um die Hochzeit an. Das heißt, dass die Kieler Kaufleute anlässlich des Kieler Umschlags die komplette Hochzeit ausrichten und das Umschlagsbrautpaar beschenken. Dies geht auf den historisch belegten „Geldumschlag des Kieler Handels“ zurück.

Das diesjährige Hochzeitspaar sind Jana und Christian. Einige Bilder der Hochzeit sind auf diesen Seiten unter Impressionen 2010 -Freitag, 26.02.- veröffentlicht. Hier ein Auszug aus ihrer romantischen Liebesgeschichte die sie uns als Bewerbung eingereicht hatten:

Dabei hat zwischen uns alles ganz unromantisch und „holterdiepolter“ begonnen. Kennen gelernt haben wir uns ganz unspektakulär auf einer Internetseite für Singles. Wir arbeiten beide im Bereich Steuern und sind beide 32 Jahre alt - witzig. Ich dachte mir: “Versuchst es noch ein letztes Mal – bringt ja eh nix.“ Ich glaubte von mir, ich wäre ein hoffnungsloser Fall, schließlich war ich annähernd vier Jahre Single. Wider Erwarten antwortete er und wir kamen ins Gespräch. Wir haben viel telefoniert und gesimst - was für einen lustigen Dialekt er hatte und auch heute fällt es mir immer wieder auf, obwohl ich inzwischen selber schon zwei Jahre hier in Kiel lebe.
Es kam der Tag des Kennenlernens, der 07.02.2006, im Tierpark Neumünster. Wir fahren jedes Jahr wieder hin und gehen denselben Weg entlang – ein schönes Ritual.
Als ich ihn damals das erste Mal gesehen habe, dachte ich „Nööööööööö, geht ja gar nicht!!!“ Ich achte schon sehr auf Kleidung – er augenscheinlich gar nicht. Ich dachte, dass es das längste Date werden wird, das ich je hatte. Aber dem war nicht so, als wir beide aufgetaut waren, verging die Zeit wie im Flug. Wir haben über Gott und die Welt gequatscht und viel gelacht.
Eine Woche später bin ich nach Kiel gefahren und wir haben das Wochenende zusammen verbracht. Mein „Nööööö“ wurde größer! Mein Plan war, das Wochenende zu überstehen und dann dem ganzen mit Ignoranz ein Ende zu setzen. Mit dem Vorsatz habe ich mich von ihm verabschiedet. Ich dachte mir, einfach nicht mehr zu antworten auf SMS oder nicht mehr ans Telefon zu gehen, wenn er anruft müsste eigentlich ein Wink nicht mehr nur mit einem Zaunpfahl sondern schon mit einem ganzen Wald sein. Aber!!! Weit gefehlt – ich habe nicht mit der Hartnäckigkeit von meinem Süßen gerechnet. Heute bin ich ihm genau dafür unendlich dankbar.
Es gestaltete sich schwierig – ich lebte in Hamburg, er in Kiel. Jeder hatte in seinem Singledasein einen eigenen Lebensstil entwickelt, die einfach nicht so recht zusammen passen wollten.
Es dauerte nicht lang und es stand fest, ich ziehe von Hamburg nach Kiel, damit die Fernbeziehung ein Ende hat. Wir wollten endlich jeden Tag gemeinsam schlafen gehen und zusammen aufwachen, den Alltag meistern und etwas Gemeinsames aufbauen. Ich vermisste ihn ganz schrecklich, auch wenn wir uns, wann immer es irgendwie möglich war, gegenseitig besuchten.
Wir suchten uns ein tolles Zuhause mit einem großen Garten und es musste in Schönkirchen sein. Seither leben wir zusammen und werden von Tag zu Tag unzertrennlicher.
Wir haben viel Diskussionsstoff, was unsere Vergangenheiten betrifft und die holt uns auch oft heute noch ein – aber wir wissen, wir schaffen das – zusammen sind wir stark. Immer wenn einer von uns strauchelt, erinnert der andere ihn daran. Es tut gut zu wissen, dass wir beide identisch denken und wenn man es dann auch durch Worte bestätigt bekommt – umso besser!
Zu meinem 30. Geburtstag hat mir mein Süßer dann den Heiratsantrag gemacht – eigentlich völlig unromantisch! Aber für mich war es trotzdem der Schönste, weil er wirklich von Herzen kam und ich ihn selten so ernst erlebt habe. Mitten auf der Party hat er mich zu Seite genommen und mich gefragt. Schlicht und ergreifend quasi. An dem Tag haben wir uns geschworen: Wir werden zusammen alt! Wir wollen, so makaber es auch klingen mag, unsere ganz private zweisamige Rentenolympiade austragen, die da wäre: Krückstockfechten, Gehwagenrennen und Blasenteebeutelweitwurf. Ich freue mich da jetzt schon drauf.
Was wir uns von Herzen wünschen? Wir wollen unsere Liebe mit einer Hochzeit besiegeln und allen anderen mitteilen, wir gehören zusammen. Wir sehen die Heirat/Ehe als Institution des Versprechens, Vertrauens, der Treue und Ehrlichkeit, der Sicherheit, des Kraft gebens an – eben all jene Dinge, die wir uns geschworen haben und die wir schon so in Erfüllung tagtäglich leben. Auch nach außen wollen wir das allen zeigen.
Ich möchte Christian, sollte es mit unserer Bewerbung klappen, überraschen. Er ist etwas ganz Besonderes und verdient auch eine Hochzeit der besonderen Art. Es würde unserer kleinen Geschichte die Krone aufsetzen, zumal er immer vom Umschlagsbrautpaar schwärmt. Einmal will ich seine verrückten Ideen toppen können – ich glaube, hiermit würde es mir gelingen. Ich will ihm auf diesem Weg zeigen, was er mir bedeutet – nämlich alles! Er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben!
Jana